Unsere Gemeinde wagt einen neuen Anlauf zur Jugendbeteiligung – mit einem ganz anderen Konzept: Statt eines dauerhaft gewählten Jugendgemeinderats soll im November erstmals eine eintägige Veranstaltung stattfinden, die Jugendlichen ab 16 Jahren einen praxisnahen Einblick in die Kommunalpolitik bietet – ganz ohne langfristige Verpflichtung.
„Wir haben Verständnis dafür, dass es in dieser Lebensphase schwierig ist, ein mehrjähriges Amt zu übernehmen“, erklärte unser Beigeordneter Jens Becker, der unseren Antrag als zuständiger Dezernent umsetzen wird. Frühere Versuche, einen festen Jugendrat zu etablieren, scheiterten meist an nachlassendem Interesse.
Der neue Ansatz: ein einmalig tagender Jugendrat als niedrigschwelliges Beteiligungsformat. Die SPD hatte bereits im Jahr 2021 die Einrichtung eines Jugendgemeinderats beantragt. Der Antrag wurde jedoch von der damals zuständigen Beigeordneten nie bearbeitet. Umso wichtiger ist es nun aus Sicht der SPD, jungen Menschen endlich konkrete Beteiligungsmöglichkeiten zu eröffnen. Die Jugendlichen werden bei der Veranstaltung von Fachkräften der Friedrich-Ebert-Stiftung begleitet. Nach einer Einführung in kommunalpolitische Grundlagen erarbeiten sie in Kleingruppen eigene Themen und Anträge, die sie im Rahmen einer simulierten Ratssitzung vorstellen. Die Gemeindeverwaltung wird dazu Stellung nehmen.
Im Anschluss soll ausgewertet werden, wie Jugendbeteiligung künftig strukturell verankert werden kann. Alle Jugendlichen ab 16 Jahren mit Wohnsitz in Bobenheim-Roxheim erhalten eine Einladung per Post. Bei mehr als 30 Anmeldungen entscheidet das Los. Zur Sicherung der politischen Neutralität dürfen alle Fraktionen im Gemeinderat je zwei Beobachter entsenden.
Ziel des Projekts ist es, jungen Menschen einen direkten Zugang zur kommunalen Politik zu ermöglichen und die Demokratie in unserer Gemeinde nachhaltig zu stärken.