
Im Juli 2021 beantragten wir, die Platzrunde des Verkehrslandeplatzes Worms so zu verlegen, dass die bebaute Ortslage unserer Gemeinde nicht mehr überflogen wird. Dafür gibt es mehrere gute Gründe: Zum einen schützen wir die Bevölkerung vor Fluglärm, zum anderen erhöht eine Verlegung die Sicherheit – insbesondere nach mehreren sicherheitsrelevanten Vorfällen, darunter zwei Flugzeug-abstürze in den letzten rund zweieinhalb Jahren. Auch die Gesundheit der Anwohner spielt eine Rolle, da noch unklar ist, welche Auswirkungen die Verwendung von verbleitem Flugbenzin auf die Bürgerinnen und Bürger von Bobenheim-Roxheim hat.
Mit unserem Antrag wurde die Gemeindeverwaltung beauftragt, Verhandlungen mit der zuständigen Luftfahrt-behörde und dem Betreiber des Flugplatzes zu führen. Nachdem keine Bereitschaft zu konstruktiven Gesprächen erkennbar war, kündigte sie kurzerhand Pachtverträge für Grundstücke, die sich im Besitz unserer Gemeinde befinden und für den Betrieb des Flugplatzes wichtig sind.
Die Folge waren erste ernsthafte Gespräche mit ersten zaghaften Maßnahmen zur Lärmreduzierung, die jedoch ein schnelles Ende fanden: Trotz der Versicherung, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, beendete die Wormser Flugplatz GmbH den Dialog überraschend und leitete 2022 ein Enteignungsverfahren gegen die Gemeinde bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) in Neustadt ein. Während dieser Zeit konnte – ähnlich einem Gerichtsverfahren – keine Information an die Öffentlichkeit weitergegeben werden.
Im Frühjahr 2024 teilte die SGD Süd dem Rechtsanwalt der Gemeinde mit, dass sie das Enteignungsverfahren nicht weiterbetrieben und die Angelegenheit nach Worms zurückgeben wird. Gleichzeitig forderte die Behörde den Stadtvorstand der Nibelungenstadt zu erneuten Gesprächen mit Bobenheim-Roxheim auf. Da mehrere Monate verstrichen, ohne dass die Stadt tätig wurde, suchte Bürgermeister Michael Müller zusammen mit einem Mitarbeiter der Verwaltung eigeninitiativ das Gespräch mit dem Oberbürgermeister und dem Geschäftsführer der Wormser Flugplatz GmbH und zeigten sie sich kompromissbereit. Da eine Verlegung der Platzrunde während des Verfahrens immer unwahrscheinlicher wurde, erarbeitete die SPD-Fraktion mehrere gute Alternativvorschläge (siehe Zwiwwelhecht 116), die teilweise von der Verwaltung übernommen und in die Gespräche eingebracht wurden. Das Zusammentreffen im Wormser Rathaus blieb jedoch ergebnislos, ein Entgegenkommen wird weiterhin kategorisch ausgeschlossen.
Zum Jahreswechsel gab es tiefgreifende Veränderungen bei der Wormser Flugplatz GmbH: Eine private, gewinnorientierte Gesellschaft übernahm die Mehrheit. Nachdem sich unseren Informationen zufolge am Flugplatz ansässige Vereine erfolgreich gegen sofortige Pachterhöhungen zur Wehr setzen konnten, bleibt zur Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit nur eine deutliche Erhöhung der Flugbewegungen – mit ungewissen Folgen für Bobenheim-Roxheim.
Wir sind froh, dass nicht nur unser Bürgermeister, sondern auch der Gemeinderat hinter unseren Forderungen steht. Mitte Februar beschloss dieser einstimmig, die Ausein-andersetzung mit der Wormser Flugplatz GmbH fortzusetzen. Der Rechtsanwalt der Gemeinde wurde beauftragt, die Genehmigungslage des Verkehrslandeplatzes zu prüfen, da auf wiederholte Anfragen bislang nur unvollständige Dokumente zur Verfügung gestellt wurden. Möglicherweise fehlt dem Flugplatz sogar eine baurechtliche Genehmigung.